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20.12.2020

Grußwort der Stadt Niebüll zu Weihnachten 2020 und zum neuen Jahr 2021

Liebe Niebüllerinnen und Niebüller, liebe Nachbarn und Freunde!

Jetzt, wenige Tage vor Weihnachten und zum Beginn des neuen Jahres wenden wir uns mit den herzlichsten Grüßen und Wünschen für die Fest- und Feiertage an Sie.

Fest- und Feiertage? Manch einer mag sich fragen, wie das am Ende dieses Jahres, das so ganz anders verlaufen ist als wir alle uns das haben vorstellen können, aussehen und gefeiert werden kann?
Mit der Frage sind Sie nicht allein.

Ein Blick zurück auf das zum Jahreswechsel 2019/2020 geschriebene und auf dem Neujahrsempfang 2020 gesprochene Wort zeigt, dass wir keine Ahnung, keine Erwartung zu dem hatten, was das Jahr 2020 für uns alle geprägt hat: das Corona-Virus, oder genauer gesagt das Virus Sars-CoV-2 und die damit einhergehende Erkrankung COVID-19. 

Eine Pandemie, eine weltweit grassierende Infektionskrankheit, die uns nach allem was wir absehen können, auch noch eine Weile in einer für die meisten von uns bisher nie da gewesenen, nicht vorstellbaren Art und Weise in unserem gesamten Leben eingeschränkt hat und nach wie vor einschränkt. Auch wenn wir glauben, dass wir teilweise an den Rand unserer Leidensfähigkeit oder des Zumutbaren geführt wurden und werden, beeindrucken in dieser Zeit besonders unsere hochbetagten Frauen und Männer, die die Zeit im und nach dem zweiten Weltkrieg noch mit eigenen Erinnerungen verbinden können. Menschen, die Begriffen wie Not, Entbehrung oder Einschränkung mit Blick auf unser gegenwärtiges Leben  in der Pandemie etwas an Lebenserfahrung entgegen zu setzen haben, was uns schon wieder Mut und Zuversicht verleihen kann.

Anfang des Jahres blickten wir zurück auf viel Geschaffenes und Geleistetes. Und auf eine neue, unübersehbare Bewegung. besonders der jungen Generation, Fridays for Future. Der Ausblick auf 2020 war voller Dynamik und gespannter Erwartung auf alles was kommen sollte, wie zum Beispiel die große Ausstellung zu 100 Jahre Volksabstimmung zur Grenzziehung zwischen Deutschland und Dänemark am 14. März oder die große Niebüll-Messe in den Herbstferien 2020. Und auf mehr Engagement für eine Stärkung des gesellschaftlichen Bewusstseins zum Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen unserer Erde. Für ein gutes Leben kommender Generationen.

Und dann häuften sich in den Nachrichten Meldungen zu einem neuen Virus in China. Und so weit wie China von uns weg ist, waren das Nachrichten, wie viele andere auch. Sie betrafen uns nicht. Im Januar. Aber das was sich Mitte bis Ende Februar verdichtete, mündete Mitte März in einer Vollbremsung, wie wohl kaum jemand von uns es bisher erlebt hat, geschweige denn vorstellen konnte.
Dieses Virus zieht wie ein Schwarm über die ganze Erde und zeigt uns schonungslos, wie bedeutungslos Grenzen sein können. Dass unser Optimismus nach langsamer Wiederaufnahme unseres gewohnten Lebens in seiner ganzen Bandbreite jetzt erneut ausgebremst worden ist, konnte man zwar nicht ausschließen, aber wirklich damit gerechnet hat wohl keiner so richtig.
Die tagtäglichen Berichte zur Entwicklung der Infektionszahlen haben das Interesse am Wetterbericht längst überholt. Wir alle hoffen, dass unsere Alten- und Pflegeheime, Kindertagesstätten und Schulen von Infektionswellen verschont bleiben, dass unsere Familien, Kollegen und Bekannten gesund bleiben. Dass unsere Restaurants und Cafés wieder öffnen dürfen oder Sport wieder in Gemeinschaft möglich werden kann und wir nicht in noch stärkere Beschränkungen hineinschliddern,  als wir sie derzeit erneut erleben.

Das Frühjahr war für viele auch unserer örtlichen Unternehmen eine Herausforderung. Und wir hoffen, dass der erneute Teilstillstand nicht zu schmerzhaften Einschnitten, d.h. Unternehmensschließungen führen. Ausschließen kann das niemand.

Aber wir alle können gerade jetzt durch ein Motto selbst gegensteuern, das das Stadtmarketing und der HGV vor einigen Jahren propagiert haben: Kaufe vor Ort!
Es gibt so viele Dinge, die genauso gut vor Ort gekauft werden können, wie im Internet. Unterstützen Sie unsere Kaufleute und Geschäfte vor Ort, gerade jetzt! Denn es sind am Ende auch Ihre Arbeitsplätze und Einkommen die direkt oder mittelbar von einer funktionierenden Wirtschaft vor Ort abhängig sind. Wir sitzen letztlich in einem Boot!

Den Frauen und Männern, die in den vergangenen Monaten z.B. in der Pflege alles dafür getan haben, dass die Ihnen anvertrauten Bewohner und Patienten vor dieser heimtückischen Erkrankung geschützt werden, gilt unser aller Dank. Dies gilt aber nicht minder den vielen Beschäftigten in den Kindertagesstätten, in den Arztpraxen, in den Schulen, an jedem Kassentresen, in den sozialen Diensten oder auch den Beschäftigten des Bauhofes, den Busfahrern, Zugbegleitern und Feuerwehrleuten. Die Aufzählung lässt sich fortsetzen. Bis jeder erwähnt ist.

Wir alle tragen an dem Platz an dem wir leben, arbeiten, helfen oder einfach nur sind, durch unser Verhalten, unsere Anstrengung und unsere Achtsamkeit dazu bei, dass wir gemeinsam durch diese Zeit kommen. Unser Mitgefühl gilt für die Vergangenheit und auch für die Zeit vor uns all denjenigen, die durch die COVID-19-Erkrankung Angehörige verloren haben, vielleicht auch noch verlieren werden oder nach Genesung immer noch mit Einschränkungen zu kämpfen haben.

Und trotzdem ist in wenigen Tagen Weihnachten!
Auch wenn der Kerngedanke des Weihnachtsfestes über die Jahrzehnte mehr und mehr in den Hintergrund getreten ist, mag Weihnachten 2020 vielleicht wieder ein Weihnachtsfest sein, das an Zeiten ohne Weihnachtsmärkte, ohne Einkaufsstress, ohne große Reisen, usw. erinnert.

Blicken wir in dieser Adventzeit aus dem Rathaus auf den großen Rathausplatz, steht dort auf der Mitte des Platzes dank vieler fleißiger Hände in voller Pracht und Schönheit wieder ein großer Weihnachtsbaum. Aber er steht allein da, es ist ruhig um ihn herum. Fast wie ein Denkmal für das zu Ende gehende Jahr 2020. Aber wenn wir in diesen Tagen durch unsere Stadt fahren oder spazieren und sehen, wie Sie trotz allem Ihre Häuser und Wohnungen mit Licht in kleinerem und größerem Umfang schmücken, drängen sich uns die ersten Zeilen aus einem aus der Kindheit wohl fast jedem bekannten Weihnachtsgedicht von Joseph von Eichendorff auf:

Markt und Straßen stehn verlassen / Still erleuchtet jedes Haus / Sinnend geh’ ich durch die Gassen /
Alles sieht so festlich aus.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen allen, trotz Kontaktbeschränkung, Abstand halten und Mund-Nase-Bedeckung, ein frohes und vor allem gesundes Weihnachtsfest 2020.
Wir wünschen Ihnen einen ruhigen, besinnlichen und hoffnungsvollen Start in das Jahr 2021.

Hoffen wir gemeinsam auf ein Abklingen der Pandemie, dass wir gesund bleiben und auch, dass das eine oder andere an Hinterfragung, Neuorientierung, Bewusstseinsänderung aus dem Lockdown des Jahres 2020 nicht in Vergessenheit gerät und das Jahr 2021 so zu einem hoffnungsvollen Neuanfang mit wichtigen Wendepunkten wird.

Wilfried Bockholt                                                            Uwe Christiansen
Bürgermeister                                                                Bürgervorsteher