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06.11.2020

Geflügelpest im Kreis Nordfriesland

Kreis Nordfriesland: Geflügelpest in Nutztierbestand festgestellt

Veterinäramt warnt: Tote Vögel nicht anfassen!

Mehrere Bürger riefen am Wochenende die Notruf-Nummer der Polizei 110 an, um den Fund toter Wildvögel zu melden. „Die Polizei ist dafür der falsche Ansprechpartner“, erklärt Kreisveterinär Dr. Dieter Schulze. „Zuständig ist für Funde an den Landesschutzdeichen und im Vorland die Nationalparkverwaltung. Sie ist unter Tel. 04861 61686 erreichbar. Wer im Binnenland einen Vogel findet, sollte sich an das Ordnungsamt der jeweiligen Stadt- oder Amtsverwaltung wenden.“

Manche wohlmeinende Tierfreunde haben sterbende Vögel sogar zu einem Tierarzt gebracht. „Auch, wenn einem die Tiere noch so sehr leid tun – das ist der völlig falsche Weg. Denn auf diese Weise wird das Geflügelpestvirus noch schneller verbreitet. Nicht umsonst sammeln die Profis von den Ämtern die Tiere im Schutzanzug samt Maske und Brille ein“, warnt Dr. Schulze. Abgesehen davon könne auch ein Tierarzt die Krankheit nicht heilen.

„So schwer es ist: Das einzige, was man noch für die Vögel tun kann, ist, Respekt zu zeigen und sie in Ruhe sterben zu lassen. Wer ihnen zu nahe kommt, versetzt sie nur in Angst und macht ihr Schicksal noch schlimmer“, betont der Veterinär.

In den letzten Tagen ist im Kreis Nordfriesland eine mindestens vierstellige Zahl von Wildvögeln an der Geflügelpest verendet.

Bereits am 30. Oktober 2020 erließ das Veterinäramt des Kreises Nordfriesland ein Aufstallungsgebot für alle Geflügelhaltungen in einem breiten Streifen entlang der Küste.

Trotzdem wurde die Krankheit in einem Betrieb auf der Hallig Oland festgestellt. Am 4. November abends übermittelte das Friedrich-Loeffler-Institut dem Kreis das positive Testergebnis. Es handelt sich um das Virus H5N8. Acht von 68 Hühnern in der betroffenen Haltung waren innerhalb kurzer Zeit gestorben. Noch am Morgen des 5. Novembers wurden alle Tiere der Geflügelhaltung gemäß den Vorschriften der bundesweit gültigen Geflügelpest-Verordnung getötet und fachgerecht entsorgt.

Um ein Überspringen der Geflügelpest auf weitere Nutztierbestände zu verhindern, hat das Veterinäramt des Kreises Restriktionsgebiete eingerichtet: Die Hallig Oland gilt als Sperrbezirk. Daneben wurde ein Beobachtungsgebiet eingerichtet, das die folgenden Gemeinden umfasst: Galmsbüll, Dagebüll, Ockholm, Hallig Gröde, Langeneß, Wyk auf Föhr, Wrixum, Oevenum.

Eine entsprechende amtliche Bekanntmachung samt Landkarten wurde unter www.nordfriesland.de/amtsblatt veröffentlicht (Amtsblatt Nr. 50), 1. Änderung der Anordnung.

An den Hauptzufahrtswegen zum Beobachtungsgebiet werden Schilder mit der Aufschrift »Geflügelpest-Beobachtungsgebiet« angebracht.

»In diesen Gebieten gelten umfangreiche Beschränkungen für Geflügelhaltungen. Die Tiere müssen aufgestallt bleiben und dürfen vorübergehend nicht aus dem Gebiet herausgebracht werden. Und natürlich darf auch keines von außen hineingebracht werden«, betont Landrat Florian Lorenzen. Das gelte im Sperrbezirk für 21 Tage und im Beobachtungsgebiet für 30 Tage. Die Bestände im Sperrbezirk müssten darüber hinaus regelmäßig untersucht werden.

»Zudem gelten strenge Biosicherheitsmaßnamen in Bezug auf die Hygiene im Stall und außerhalb. Auch wenn es umständlich ist: Die bekannten Regeln für Reinigung und Desinfektion müssen jetzt peinlich genau befolgt werden«, mahnt Kreisveterinär Dr. Dieter Schulze.

Von den Einschränkungen sind auch alle Hunde- und Katzenbesitzer betroffen: Dr. Schulze bittet sie dringend, ihre Tiere in den betroffenen Gebieten nicht mehr frei laufen zu lassen, weil sie das Virus weiterverbreiten könnten.

Geflügelhalter, die ihre Bestände bisher noch nicht beim Veterinäramt angemeldet haben, sollten dies sofort nachholen – selbst, wenn sie nur ein einziges Tier besitzen sollten.

Für Fragen von Bürgerinnen und Bürgern hat das Veterinäramt unter 04841 67-827 ein Bürgertelefon eingerichtet. Es ist montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags bis 13 Uhr erreichbar.