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09.02.2021

10 gute Gründe für den Fuß- und Radverkehr

Mehr Bewegung durch Fuß- und Radverkehr dient der Gesunderhaltung – 1 von 10 guten Gründen von RAD S-H

Mehr Bewegung tut not. Gerade in diesen Zeiten, in denen Sportvereine keine Trainingsangebote durchführen dürfen und Stätten des Freizeitsports geschlossen sind. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger*innen ist einfach zu dick: Zwei Drittel der Männer und 51 % der Frauen sind übergewichtig. Dieses erschreckende Ergebnis geht aus der ersten gesamtdeutschen „Nationalen Verzehrstudie“ hervor.

Der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zufolge gilt als übergewichtig, wer einen Body-Mass-Index (BMI) über 25 hat. Dieser Kennwert wird aus dem Körpergewicht geteilt durch das Quadrat der Körpergröße errechnet. Bei erhöhten Werten steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für Diabetes. Viele Ärzt*innen empfehlen einfach mehr Bewegung im Alltag. Jetzt sind Individualsportarten gefragt, die im Freien ausgeführt werden können: Spazieren, Walken, Joggen und natürlich Radfahren. Denn Bewegungsmangel führt zu Übergewicht, begünstigt hohen Blutdruck und fördert Folgekrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhöht sich die Lebenserwartung durch regelmäßiges Radfahren (ca. 75 Minuten pro Woche) um 3 bis 14 Monate. Die gesundheitlichen Vorteile wurden auch für die Bundesrepublik untersucht. Eine Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag des Umweltbundesamtes hat die gesamtwirtschaftlichen Kostenvorteile untersucht: Wer Fahrrad fährt, spart eine ganze Menge Gesundheitskosten. So vermeiden Berufspendler*innen, die vom Auto auf das Fahrrad umsteigen, statistisch gesehen jährlich rund 2.000 Euro Behandlungskosten. Würden mehr Menschen Rad fahren, sagt die Studie, würden sie zudem „gesunde Lebenszeit“ gewinnen.

Viele eingefleischte Autofahrer*innen argumentieren mit einem höheren Unfallrisiko der Radfahrer*innen. Dabei ist Radfahren nicht gefährlich. Im Jahr 2018 ertranken 504 Menschen in der Freizeit, während im selben Jahr 445 Personen mit dem Fahrrad tödlich verunglückten. Gardinen aufzuhängen und Fenster zu putzen birgt auch Risiken, denn im Haushalt sterben jedes Jahr über 10.000 Menschen durch Unfälle, ca. 25-mal so viele wie beim Radfahren.

Um den Rad- und Fußverkehr voranzubringen, hat sich die Stadt Niebüll der RAD.SH angeschlossen, der schleswig-holsteinischen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs. Die jüngste Aktivität des städtischen Arbeitskreises für eine Fußgänger- und Fahrradfreundlichere Stadt war der Betrieb einer Radverkehrszählanlage in der Hauptstraße zwischen Niko Nissen und der Niebüller Backstube. Dies ist eine Stelle, an der in Südrichtung ein Fahrradstreifen beginnt. Die Zählung erfolgte für drei Wochen im Dezember 2020 und ergab, dass 6.040 Fahrradfahrer*innen diese Stelle in die ein oder andere Richtung passiert haben. Das ist eine erstaunlich hohe Zahl, bedenkt man die widrige Jahreszeit und die Tatsache, dass es aufgrund des Lockdowns viel weniger Besuchsgründe für eine Fahrt in die Innenstadt gibt. Mit dem Rad in die Stadt ist also auch für viele Niebüller*innen das bevorzugte Verkehrsmittel.

Die RAD.SH hat nun eine Broschüre mit 10 guten Gründen für den Fuß- und Radverkehr aufgelegt, die nun auch in Niebüll erhältlich ist, in den Fahrradgeschäften oder der Stadtbücherei und als Download. Das oben genannte Beispiel „Bewegung zur Gesundheitsförderung“ ist einer dieser Gründe.

Alle Quellenangaben, Hintergrundinformationen und mehr gute Beispiele finden sich

unter www.rad.sh/gute-gruende.